Freistellungsaufträge

Sparerfreibetrag. Der inländischen Kapitalanlegern
gewährte Sparerfreibetrag wird zum Veranlagungszeitraum 2007 erneut
reduziert. Die ab 2007 geltenden Sparerfreibeträge werden von 1.370 €
(Ledige) bzw. 2.740 € (zusammen veranlagte Ehegatten) auf 750 € für Ledige
und 1.500 € für zusammen veranlagte Ehegatten verringert. Unverändert fort
gilt der Werbungskosten-Pauschbetrag für Ledige in Höhe von 51 € und 102 €
für Verheiratete. Insgesamt können so ab 2007 Kapitalerträge in der Höhe
von 801 € bzw. 1.602 € steuerfrei vereinnahmt werden.

Für laufende und vor dem 31.12.2006 neu erteilte
Freistellungsaufträge gilt Folgendes:
Wurden der Sparerfreibetrag
und der Werbungskosten-Pauschbetrag in einem einzigen Freistellungsauftrag
gebündelt, erfolgt eine Reduzierung auf die neuen Beträge durch das
Kreditinstitut. Wurden mehrere Freistellungsaufträge erteilt, wird das
jeweilige Teil-Freistellungsvolumen nur noch in Höhe von 56,37 % des
Freistellungsbetrags weiter berücksichtigt.

Check zum Jahresende: Bei Aufteilung des
Freistellungsvolumens sollte zum Jahresende überprüft werden, ob die
erteilten Teilbeträge noch ausreichend sind. So kann Bank A noch einen
Restfreibetrag zur Verfügung haben und diesen mangels ausreichender
Kapitalerträge in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr ausschöpfen.
Hingegen zieht Bank B schon die 30%ige Zinsabschlagsteuer ab. In diesem
Fall sollten die Freibeträge noch vor Jahresende umverteilt werden. Zu
beachten ist hier allerdings, dass Freistellungsaufträge immer für
die
Erträge des gesamten Jahres gültig sind. Werden während eines Jahres die
Sparerfreibeträge geändert, werden vorher erteilte Freistellungsaufträge
ungültig. Es empfiehlt sich also, Anpassungen den bisher angefallenen
steuerpflichtigen Kapitalerträgen entsprechend vorzunehmen, sodass es
nicht nachträglich zu einem Steuerabzug kommt. Für 2007 ist das niedrigere
Freistellungsvolumen den zu erwartenden Kapitalerträgen entsprechend zu
verteilen.

Übrigens: Schummeln lohnt sich nicht. Zwar ist es
möglich, bei mehreren Banken Freistellungsaufträge in Höhe des/der
gesamten Sparerfreibetrags/Sparerfreibeträge zu erteilen, um die
Steuervergünstigungen mehrfach zu nutzen.
Doch solche Schummeleien fliegen früher oder später auf: Denn jede Bank
meldet die im Auftrag enthaltenen Daten an das Bundeszentralamt für
Steuern. Dieses führt regelmäßig einen Datenabgleich durch und filtert so
genannte „Mehrfacherteiler“ heraus. Diesen droht ein
Steuerstrafverfahren.

Stand: 15. August 2006