alt="Arztpraxis" title="© shefkate - Fotolia.com"

Vergütung für sonntägliche Rufbereitschaft

Zuschläge für Sonntagsarbeit

Arbeitet der Arzt/die Ärztin an Sonntagen, sind Zuschläge, die neben
dem Grundlohn gezahlt werden, steuerfrei, soweit sie 50 % des Grundlohns
nicht übersteigen (§ 3b Abs. 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz-EStG). Sinn und
Zweck der Vorschrift ist es, Abgeltungen für eine zusätzliche Erschwernis
durch die Sonntagsarbeit steuerfrei zu lassen. Arbeitet der Arzt/die
Ärztin zwar nicht an einem Sonn- und Feiertag, hat er/sie dafür aber eine
Rufbereitschaft und erhält er/sie für diese eine gesonderte Vergütung,
stellt sich die Frage nach der Steuerfreiheit analog.

Steuerfreier Zuschlag?

Mit der Frage, ob es sich bei einer sonntäglichen
Rufbereitschaftsvergütung um einen steuerfreien Zuschlag handelt, befasste
sich das Finanzgericht Baden-Württemberg (Urt. v. 10.1.2012,Az. 8 K
4030/09). Das Gericht vertrat die Ansicht, dass ein steuerfreier Zuschlag
nur dann vorliegt, wenn für sonntägliche Rufbereitschaftszeiten eine vom
Grundlohn abgehobene Vergütung bezahlt werde.

Fazit

Erhält der Arzt/die Ärztin für die sonn- oder feiertägliche
Rufbereitschaft eine Vergütung für jede geleistete Stunde, liegt eine vom
Grundlohn abgehobene gesonderte Vergütung im Regelfall nicht vor. Denn,
mit der gesonderten Vergütung wird nur die arbeitsvertraglich geschuldete
Rufbereitschaft als solche abgegolten. Vergütungen für Rufbereitschaften
stellen daher grundsätzlich steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.

Stand: 12. Februar 2013