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Kosmetische Behandlungen keine außergewöhnliche Belastung

Heilbehandlung

Aufwendungen für Heilbehandlungen akzeptiert die Finanzverwaltung
grundsätzlich, ohne dass die Aufwendungen dem Grunde und der Höhe nach
geprüft werden (Finanzministerium Schleswig-Holstein v. 12.3.2013
313-S2284-187). Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige einen
Nachweis der Zwangsläufigkeit bzw. Notwendigkeit mittels Verordnung eines
Arztes oder eines amtsärztlichen Attests erbringt
(Einkommensteuer-Richtlinien R 33.4).

Kosmetische Behandlungen

Vom Steuerabzug ausgeschlossen sind dabei Aufwendungen für
Behandlungen, die aus rein kosmetischen Erwägungen heraus durchgeführt
werden. Diese Aufwendungen zählen zu den Kosten der privaten Lebensführung
(Finanzministerium Schleswig-Holstein v. 12.3.2013, a.a.O).

Zweifelsfälle/Abgrenzung

Die Beweislast, ob die medizinische Maßnahme kosmetischer Natur ist
oder tatsächlich der Heilung oder Linderung einer Krankheit dient, wälzt
die Finanzverwaltung an den Steuerpflichtigen ab. „Der Steuerpflichtige
hat grundsätzlich die Zweckbestimmung seiner Behandlung anhand geeigneter
Unterlagen nachzuweisen“, wie aus der Verfügung des Finanzministeriums
Schleswig-Holstein (v. 12.3.2013 a.a.O.) hervorgeht.

Befundberichte

Die Finanzämter fordern vom Steuerpflichtigen regelmäßig den
Befundbericht an. Dabei wird regelmäßig davon ausgegangen, dass dem
Steuerpflichtigen ein solcher vorliegt und er diesen „zum Nachweis der
medizinischen Notwendigkeit vorlegen kann“. Allein ein Attest des
behandelnden Arztes genügt der Finanzverwaltung „grundsätzlich nicht“
(Verfügung Finanzministeriums Schleswig-Holstein v. 12.3.2013 a.a.O.).

Kostenübernahme/Beteiligung durch Krankenversicherung:

Ungeachtet dessen lässt die Finanzverwaltung einen Steuerabzug der
Behandlungskosten als außergewöhnliche Belastung zu, wenn sich die
Krankenversicherung oder der Beihilfeträger des Steuerpflichtigen an den
Behandlungskosten ganz oder teilweise beteiligt. Eine ganz oder teilweise
Kostenübernahme gilt der Finanzverwaltung als Indiz einer medizinischen
Indikation.

Stand: 12. Mai 2013