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Wechsel von einer Gemeinschafts- in die Einzelpraxis

Von der GbR zur Einzelpraxis

Arztgemeinschaftspraxen, meist in der Rechtsform der Gesellschaft
bürgerlichen Rechts (GbR), lösen sich nicht selten dergestalt auf, dass
jede/r Arzt/Ärztin eigene Wege geht. Die Berufsträger trennen sich
voneinander, lösen die GbR auf und jede/r übernimmt die in seinem Besitz
befindlichen Wirtschaftsgüter aus der GbR heraus in seine Einzelpraxis.
Die Finanzverwaltung verlangte in diesen Fällen regelmäßig, dass die Ärzte
eine Realteilungsbilanz erstellen und einen Übergangsgewinn ermitteln.

BFH-Rechtsprechung

Der Bundesfinanzhof (BFH, Urteil v. 11.04.2013, III R 32/12) hielt die
Forderungen der Finanzverwaltung in einem aktuellen Urteil nicht für
notwendig, wenn:

Voraussetzungen

  1. Jeder ausscheidende Gesellschafter die Buchwerte der aufgeteilten
    und mitgenommenen Wirtschaftsgüter in seiner Einzelpraxis fortführt,
    und
  2. Keiner der Gesellschafter einen Spitzenausgleich gezahlt bzw.
    erhalten hat, und
  3. Die Gesellschafter unter Aufrechterhaltung der Gewinnermittlung
    durch Einnahmen-Überschussrechnung ihre berufliche Tätigkeit in
    Einzelpraxen fortführen.

Das Urteil wurde bislang im Bundessteuerblatt noch nicht
veröffentlicht. Soweit die Finanzverwaltung im konkreten Fall das Urteil
nicht von Amts wegen anwendet, ist gegen den Steuerbescheid Einspruch
einzulegen.

Stand: 29. November 2013